Ratgeber · Netzanmeldung
Wie lange dauert eine Netzanmeldung?
Gesetzliche Fristen nach EEG und NAV, Angaben der Netzbetreiber und Tipps, wie Ihre Netzanmeldung für PV-Anlage, Wallbox oder Wärmepumpe schneller durchläuft.
Recherchiert anhand von Gesetzestexten sowie Veröffentlichungen der Bundesnetzagentur und der Netzbetreiber. Keine Rechtsberatung.
1. Gesetzliche Fristen für PV-Anlagen
- Zeitplan: Nach Eingang eines Netzanschlussbegehrens muss der Netzbetreiber unverzüglich einen genauen Zeitplan für die Bearbeitung übermitteln (§ 8 Abs. 5 EEG).
- Größere Anlagen: Ergebnis der Netzverträglichkeitsprüfung samt Zeitplan und Kostenvoranschlag unverzüglich, spätestens acht Wochen nach Eingang der erforderlichen Informationen (§ 8 Abs. 6 EEG).
- Solaranlagen bis 30 kW mit bestehendem Netzanschluss: spätestens innerhalb eines Monats (§ 8 Abs. 7 EEG). Meldet der Netzbetreiber nicht fristgerecht, dass der bestehende Anschluss ungeeignet ist, darf die Anlage unter Einhaltung der Anschlussregeln dort angeschlossen werden.
2. Was Netzbetreiber selbst angeben
Die Netze BW nennt „wenige Wochen“ bis zur Anschlusszusage, die Netze ODR „in der Regel innerhalb weniger Wochen“ für die Mitteilung des Netzverknüpfungspunkts. MITNETZ empfiehlt, PV-Anlagen rund vier bis sechs Wochen vor Installationsbeginn anzumelden; die RheinNetz nennt für Anlagen über 30 kW frühestens sechs Monate und spätestens sechs Wochen vor Inbetriebnahme. Nach dem Bau kommen Fertigmeldung, Zählerwechsel und Inbetriebnahme hinzu – deren Termine stimmt der Netz- bzw. Messstellenbetreiber ab.
3. Wallbox und Wärmepumpe
Ladeeinrichtungen bis 12 kVA sind nur mitzuteilen. Darüber braucht es die Zustimmung des Netzbetreibers, der sich innerhalb von zwei Monaten äußern muss (§ 19 Abs. 2 NAV). Neue steuerbare Verbrauchseinrichtungen nach § 14a EnWG darf der Netzbetreiber nicht mit Verweis auf eine mögliche Netzüberlastung ablehnen oder verzögern.
4. So geht es schneller
- Vollständige Unterlagen: Die Fristen laufen ab Eingang der erforderlichen Informationen – Nachforderungen kosten die meiste Zeit.
- Erst anmelden, dann bauen: Darauf weisen z. B. Stromnetz Hamburg und die Netze ODR ausdrücklich hin.
- Zertifikate prüfen: Fehlende Einheitenzertifikate oder ZEREZ-IDs sind ein häufiger Grund für Rückfragen.
- Freigaben zügig erteilen: Bei manchen Portalen (z. B. Stromnetz Berlin, Syna) muss der Anlagenbetreiber selbst bestätigen – erst dann geht es weiter.
Kurz gefragt
Garantieren Sie eine Zusage innerhalb einer bestimmten Zeit?
Nein. Wir sagen die Einreichung binnen 2 Werktagen nach vollständigen Unterlagen und Auftrag zu. Die Bearbeitung beim Netzbetreiber liegt nicht in unserer Hand.
Ab wann laufen die gesetzlichen Fristen?
Ab Eingang des Netzanschlussbegehrens bzw. der erforderlichen Informationen beim Netzbetreiber – vollständige Unterlagen sind deshalb entscheidend.
Wir übernehmen Ihre Netzanmeldung.
Bei jedem Netzbetreiber in Deutschland – digital und binnen 2 Werktagen nach vollständigen Unterlagen.